Methoden zur Erfassung der Erregungsausbreitung in der Kleinhirnrinde

Dr. F.P. Kolb



Physiologisches Institut der Universität München

Zeit: Donnerstag, 12. November 1998, 16:00 Uhr Ort: Seminarraum 211, Altbau der Sektion Physik

Obwohl die Bedeutung des Kleinhirns bei weitem nicht geklärt ist, gilt als gesichert, daß es wesentlich an der Koordination von Bewegungen beteiligt ist. Für diese Aufgabe erhält das Kleinhirn Information über die geplante Bewegung und auch wie diese Bewegung tatsächlich ausgeführt wurde. Ein etwaiges Differenzsignal aus dieser Information repräsentiert einen Fehler, der für eine mögliche Korrektur verwendet werden kann. Die außerordentlich regelmäßige Struktur der Kleinhirnrinde scheint für diese Aufgabe prädestiniert zu sein. Weiter wird angenommen, daß dieses Verrechnungsprinzip auch innerhalb anderer Aufgaben wie bei motorischem Lernen oder auch bei kognitiven Prozesse verwendet wird. Dafür liefern in zunehmendem Maß funktionell bildgebende und nicht-invasive Verfahren wichtige Erkenntnisse, die aus methodischen Gründen jedoch limitiert sind. Alternative bietet die klassische Elektrophysiologie Methoden, die sehr zum Verständnis der Funktion dieser Struktur beigetragen hat. Dabei wurde unter anderem versucht, an möglichst vielen Orten der Kleinhirnrinde simultan die zeitlich-räumliche Erregungsausbreitung zu erfassen. Im Vortrag werden verschiedene Ansätze vorgestellt.